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Die Qual der Wahl!

Die Qual der Wahl!

Meine Große nähert sich ihrem 4 Geburtstag. Es passieren gerade wieder unglaublich viele Dinge in ihrer Entwicklung! Dabei ist die Entscheidungsfreude gerade nicht ihre Stärke… Die Qual der Wahl!

Ich bin zur Zeit auf fast alles vorbereitet!

Möchte sie einen Teller voll (Gemüse, Wurst, Käse) oder doch lieber Nudeln? Mein gekochtes Essen mag sie sowieso aktuell nicht. Oder aber lieber die gelbe Leggings, die grüne oder die regenbogenfarbene? Kleid drüber oder lieber ein langärmliges Oberteil? Die Qual der Wahl!

Kreativ ist sie sowieso schon immer, was die Kleiderwahl angeht. Vor allem bunt und nach Möglichkeit sollte was gelbes dabei sein! Aber selbst während des Anziehens (macht sie schon lange alleine) entscheidet sie sich noch zweimal um. Sie braucht gerade noch einen Ticken länger zum anziehen als sonst, wobei das mittlerweile wirklich zügig geht! Wenn nur die vielen verschiedenen Sachen nicht im Kleiderschrank hängen würden… bald kommen die Kleider mal raus, aber aktuell haben wir hier im Dachgeschoss noch die Nachwirkungen des Spätsommers. Heißt, es ist doch immer ganz muckelig hier drin.

Vorm Zubettgehen noch ein Buch vorlesen? Oder doch nicht? Schon wieder! Die Qual der Wahl!

Flexibilität ist gefragt.

Fahren wir einkaufen? Wenn ja, wohin? Sowas bespreche ich mit ihr sowieso schon immer vorher, damit sie darauf vorbereitet ist. Das braucht meine Große, einen groben Plan. Kein Problem. Manchmal entscheiden wir uns spontan noch dazu, einen Zwischenstopp irgendwo anders einzulegen. Sei es, dass ich mir einen Kaffee besorge (ich hab immer einen Mehrwegbecher im Auto! 😄) oder dass wir doch nochmal jemanden besuchen. Solche Zwischenstopps sind immer möglich. Manchmal kann sie sich aber auch nicht entscheiden, ob wir jetzt den Besuch dazwischen schieben oder nicht. Oder auf dem Weg dorthin wird der Plan dann geändert. Wir haben wirklich ganz wenig fixe Termine, somit bin ich da ganz offen! Und die Freunde, die wir besuchen wollten, haben auch großes Verständnis!

Es gibt aber auch mal Reibung…

Natürlich ist bei uns auch nicht immer alles Blumenwiese… Manchmal gehts einfach nicht anders. Ein fixer Termin, Stau oder ein anderes Hindernis, dass den Zeitplan durcheinander wirft. Kommt alles auch mal vor und führt auch ab und zu mal zu großem Frust bei meiner Maus. Dann schreit sie und kann es kaum aushalten. Auch das gehört dazu.

Aber ich bin dann bei ihr und bleibe auch bei ihr. Ich lasse sie nicht allein. Sie darf alleine wüten und toben und schreien, aber ich bin da und begleite sie. Erst ohne Körperkontakt und auch eher stumm. Sie muss sich erst ausschreien. Solange im Wutanfall ihre linke Gehirnhälfte ausgeschaltet ist, kann ich sie mit Worten nicht erreichen. Die rechte Gehirnhälfte hat die Oberhand. Das Wüten und Toben und Schreien kommt vom emotionalen Teil des Gehirns. Weder nutzt es was, JETZT eine Moralpredigt über die Notwendigkeit von Eile zu halten und schon garnichts bringt es, das Kind auszuschimpfen oder anzuschreien. Es kommt nix bei ihm an, außer beim angeschrien werden vielleicht die Wahrnehmung, dass Mama oder Papa einfach nicht helfen wollen.

Sicherheit geben!

Aussitzen ist das Zauberwort. Aber dabei bitte bei ihr bleiben und zugewandt sein, evtl. ruhig sagen „Ich bin bei dir.“ Auch die Wut spiegeln kann helfen, ist aber bei uns nur noch selten der Fall. Das macht sie meistens noch wütender… Warten. Beim Arzt anrufen, dass es eine Viertelstunde später wird. Wenn ich da nicht noch mehr Frust und Gegenwehr erzeuge, indem ich sie ignoriere oder ihr etwas aufzwinge, dann ist die Sache meistens in 10-15 Minuten erledigt. Danach kann ich mit ihr sprechen, ihr etwas erklären. Sie ist dann wieder zugänglich, die linke Gehirnhälfte nimmt die Arbeit wieder auf. Bin ich dabei ruhig geblieben, so wird mein Kind lernen, dass es in Ordnung ist, wenn sie ihre Gefühle auslebt. Mit den Jahren wird sie aber auch mehr Techniken erlernen, die ihr helfen, nicht alles zusammenschreien zu müssen. Das kommt mit der Zeit. Ich gebe ihr die Zeit, die sie braucht!

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Der sichere Hafen!

Wir sind es, bei denen sich unsere Kinder so verhalten, wie sie es tun und müssen. Wir sind ihr sicherer Hafen, hier bei uns fühlen sie sich geliebt und verstanden. Und angenommen, so, wie sie sind. Wir geben ihnen die Sicherheit, ihre Gefühle entdecken und erleben zu können, ohne, dass sie dafür verurteilt, geschimpft oder sogar bestraft werden.

Öfter mal sagt mir jemand, dass meine Kinder ja total brav sind und ganz lieb abwarten oder sich ganz zauberhaft verhalten. Ich nehme das immer als Bestätigung auf, dass wir hier vieles richtig machen zu Hause! Brav gibt es bei uns daheim nicht. Sie sind immer brav. Die Leute meinen eigentlich fröhlich und folgsam und ruhig. Das sind sie außerhalb unserer vier Wände in vielen Situationen, weil es manchmal einfach so sein muss. Und da sie sonst nicht gezwungen werden, mir in irgendeiner Form hörig zu sein oder unser Leben auf ihre Kosten einfach zu machen, können sie eben auch, wenn es nicht anders geht, einfach mal ganz ruhig auf mich warten. Oder ihr Eis essen, ohne, dass der halbe Laden aussieht wie eine Eisfabrik. Oder etwas leiser sein. Ist kein Problem!

Zum Schluss noch ein Zitat…

… welches genau treffend beschreibt, wie das mit unseren Kindern funktioniert! Bei uns ist diese Grundhaltung verinnerlicht und ich kann das so bestätigen! 💚

Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss.

Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss.

Denn schließlich: Die können sollen, müssen wollen dürfen.

Johannes Conrad (1929-2005)

By Corinna Worf

BEziehung statt ERziehung! 💚
Ich bin gelernte Bürokauffrau und habe schon einige Jobs in diesem Bereich ausgeübt, bevor ich Mutter wurde. Als dann meine erste Tochter geboren wurde habe ich mich sehr verändert und mein Leben und meine Prioritäten neu geordnet.
Es ist mir eine Herzensangelegenheit, unser Zusammenleben als Familie bedürfnis- und bindungsorientiert zu gestalten und somit meinen Kindern eine wundervolle Zeit mit uns zu bieten!
Diesen Blog möchte ich schreiben, um noch mehr Müttern, Vätern und anderen Interessierten die Möglichkeit zu bieten, unseren Familienalltag kennenzulernen. Wir hinterfragen jeden Tag unsere "gelernten" Verhaltensweisen und versuchen, die nicht so guten durch liebevolle und zugewandte Muster zu ersetzen. Dies gelingt mal mehr, mal weniger gut.
Aber durch konsequentes Üben schaffen wir das mittlerweile richtig gut! 🌻

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